Grenzen | Borders Reportage

Die Halbzeitbilanz – drei Monate Passport Party in Zahlen

In drei Monaten bin ich auf dem Landweg von Bern nach Singapur gereist – weiter geht es nun mit Schiff und Flugzeug. Zeit für eine Bilanz.

Meine Reise auf dem Landweg war in Singapur bzw. der indonesischen Vorstadt Batam zu Ende. Dies war bereits vor einem Monat. Da ich aber mit meinen Blogeinträgen immer ein wenig im Hintertreffen bin, stelle ich hier meine Halbzeitbilanz mit einem Monat Verspätung auf.

Die „Halbzeit“ war nämlich nicht nur der Abschluss der ersten drei Monate Reise, sie stellte auch für meine Fortbewegung eine Zäsur dar: Bis dahin war ich auf dem Landweg gereist. Das war ein Luxus, den man sich mit dem normalen Ferien-Zeitbudget kaum erlauben kann: Abgesehen von zwei Visa und der Reise nach Tschetschenien musste ich überhaupt nichts im Voraus planen, und habe das auch nicht getan. Ich konnte spontan und nach Lust entscheiden, was ich tun wollte. Ich hatte nicht einmal einen konkreten Termin, wann ich in Singapur eintreffen sollte. Dabei konnte ich sehen, wie Europa ganz langsam in Asien übergeht und was alles zwischen den oft bereisten Metropolen liegt. Und ich bekam eine Vorstellung von der Grösse Chinas – fast einen Monat lang bin ich täglich etwa drei Stunden Bus gefahren, und doch durchquerte ich nur einen kleinen Teil dieses riesigen Landes!

HalbzeitbilanzScreenshot meiner vorgemerkten Orte auf maps.me: Die Landroute nach Singapur.

Nun geht es auf dem See- und Luftweg weiter in den pazifischen Raum. Ich freue mich sehr, weit entfernte, kleine Inselstaaten zu entdecken, für die sich eine Reise aus der Schweiz kaum lohnen würde. Landgrenzen wird es dann kaum mehr geben. Dafür aber abgelegene Inseln! Ich muss wohl noch ein Format entwerfen, um dann diese hier vorzustellen. Nun muss ich leider beginnen, die Reise etwas mehr im Voraus zu planen. Es braucht wieder Visa (Australien, Nauru) und vor allem Flüge. Die sind nicht nur sehr teuer (im Pazifik besteht auf den meisten Linien ein Monopol), sondern verkehren auch recht selten, so dass eine durchdachte Planung notwendig ist. Ein ziemlicher Kontrast zur ersten Reisehälfte!

In den ersten drei Monaten dieser Reise bin ich/habe ich:

0 Mal geflogen.
1 Mal Fondue gegessen, im Restaurant Chesa in Bangkok.
1 Video produziert.
2 Wüsten durchquert, die Steppe/Wüste Kasachstans und die Taklamakan in China.
2.85 Franken für die billigste Übernachtung bezahlt: Für den Container an der kirgisisch-chinesischen Grenze.
3 Kaukasusrepubliken bereist, die ich noch nicht kannte: Nordossetien, Inguschetien und Tschetschenien.
6 Visa beantragt und benutzt, davon zwei bereits in der Schweiz eingeholt.
6 Inseln besucht: Don Khong, Don Det, Don Khon (alle Laos), Penang (Malaysia), Singapur und Batam (Indonesien).
8 Zeitzonen durchquert (MEZ bis MEZ +6 sowie die Zeitzone Burmas, MEZ +4:30)
11 Nächte in öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht, davon 8 in Zügen und 3 in Bussen.
11 Bücher gelesen – ich habe mehr Zeit fürs Schreiben gebraucht!
13 Millionenstädte bereist: Wien, Odessa, Charkiw, Almaty, Lanzhou, Chengdu, Chongqing, Kunming, Hanoi, Phnom Penh, Bangkok, Kuala Lumpur und Singapur.
18 Landkarten gezeichnet (@bordermaps auf Instagram).
19 Formulare ausgefüllt (Visumanträge und Einreisekarten).
19 verschiedene Währungen benutzt, die billigste war der vietnamesische Dong (ein Franken entspricht 23.500 Dong).
21 von der UNO anerkannte Staaten durchreist; sowie das nicht anerkannte Transnistrien.
23 Franken für Bestechung ausgegeben: 5 CHF für das kambodschanische Visum und 17 Franken, die bei der Tschetschenien-Pauschalreise dafür inbegriffen waren.
31 Grenzen überquert, davon 21 mit Kontrolle und 10 ohne Kontrolle.
140 Fahrten gemacht, davon 98 mit öffentlichen Verkehrsmitteln und 42 mit Taxis, Privatfahrzeugen und gemieteten Fahrzeugen.
1688 Franken für die Fahrten mit öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln ausgegeben – deutlich mehr als ein Retourflug nach Singapur kostet!
4655 Meter über Meer war der höchste Punkt: Der Ak-Bajtal-Pass in Gorno-Badachschan, Tadschikistan.
27586 Kilometer auf dem Land- und Seeweg zurückgelegt.

2 Kommentare

    1. 4 der Grenzen ohne Kontrolle waren innerhalb des Schengen-Raums: CH-AT-DE-AT. Die restlichen 6 sind Grenzen in der Ex-Sowjetunion, welche die entsprechenden Staaten nicht kontrollieren: Ukraine-Russland, Kasachstan-Kirgistan und Kirgistan-Tadschikistan. Natürlich nicht die Haupt-Grenzübergänge, sondern z. B. Bahnlinien, die kurz ins Nachbarland gehen und gleich wieder zurück. Siehe Bericht zut Grenze Ukraine-Russland.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s