Reportage

Ägypten während der Revolution (2011)

Die Lage in Qena war vom Morgen an angespannt. Am Vortag war es bereits zu Demonstrationen gekommen, die offenbar friedlich verlaufen waren. Jedenfalls meinte ein Herr, ich solle mir die heutigen Demonstrationen ansehen, es wäre nicht gefährlich. Wohl aber war die Stimmung bereits sehr angespannt. Vor und während dem Freitagsgebet herrschte Ruhe vor dem Sturm. An allen wichtigen Strassen und Plätzen waren Kastenwägen der Polizei postiert, die Polizeipräsenz massiv. Später wurden

28.01.2011 – Qena und Luxor


Foto: Karnak-Strasse in Luxor kurz vor der Demonstration.

Der Morgen in Qena

Die Lage in Qena war vom Morgen an angespannt. Am Vortag war es bereits zu Demonstrationen gekommen, die offenbar friedlich verlaufen waren. Jedenfalls meinte ein Herr, ich solle mir die heutigen Demonstrationen ansehen, es wäre nicht gefährlich. Wohl aber war die Stimmung bereits sehr angespannt. Vor und während dem Freitagsgebet herrschte Ruhe vor dem Sturm. An allen wichtigen Strassen und Plätzen waren Kastenwägen der Polizei postiert, die Polizeipräsenz massiv. Später wurden auch Ambulanzen bereitgestellt. Mehrere Leute sagten mir nun, ich solle die Stadt besser verlassen – was ich dann auch tat. Ein SMS aus der Schweiz gab mir recht: Die Polizei habe den Schiessbefehl bekommen für die Demonstrationen. Ich kehrte nach Luxor zurück.

Luxor und Karnak

Ich war nach Luxor gereist, weil dies eine sehr touristische Ortschaft war, von der bisher nicht von Spannungen berichtet wurde. Die ersten zwei Tage dort waren auch völlig unproblematisch. In der Touristenstadt fühlte ich mich deshalb nach der Rückkehr aus Qena sicher, obwohl mir auffiel, dass auf der Karnak-Strasse (zwischen den beiden grossen Tempeln Luxor und Karnak) auffällig viel Polizei und wenig sonstiger Verkehr vorhanden war.

Nach einer Siesta wollte ich den Karnak-Tempel besichtigen. Nun war die Karnak-Strasse aber von Polizisten mit Schildern abgeriegelt. Es gab kein Durchkommen. Ausserdem standen zahlreiche Leute der Polizei gegenüber, vorwiegend junge Leute. „Das ist eine Sache zwischen uns und unserer Regierung. Niemand will Touristen etwas antun – wir mögen die Touristen! Aber geh schnell weg von hier“, wurde mir geraten. Ich gehorchte und versuchte, über eine etwa 500 Meter parallel verlaufende Strasse nach Karnak zu gelangen. Mir kamen viele Leute entgegen, die an die Demonstration gingen. Spannung lag in der Luft.

Auf der Parallelstrasse lief ich eine Weile, dann nahm ich einen Minibus, der nach Karnak fuhr. Ich dachte, der Chauffeur wäre informiert über die Demonstration und würde kein Risiko eingehen. Wir näherten uns wieder der Karnak-Strasse. Plötzlich, an einer Kreuzung, standen vor uns viele Leute, riefen Losungen und bewarfen Polizisten mit Steinen. Rundum brannte es. Plötzlich begannen die Polizisten, mit Kalaschnikows auf die Menge zu schiessen. Wir bogen in eine Parallelstrasse der Karnak-Strasse ein, aber flüchtende Leute versperrten uns den Weg. Ein paar Sekunden ging es nicht weiter – grauenhaft. Dann kamen wir endlich und schnell weg. Ich schaute zurück, und sah direkt in das Gewehrfeuer hinein! Später näherten wir uns nochmals dem Geschehen. Dann kamen wir an einem Platz vorbei, den die Polizei verlassen hatte. Vorwiegend junge Männer warfen aber immer noch mit Steinen. Ich war dann sehr froh, mit der abgesperrten Tempelanlage in Karnak einen sicheren Ort zu erreichen.

In Karnak war courant normal, Touristenhorden besichtigten die Tempelanlage. Nach dem vorherigen Erlebnis konnte ich mich aber kaum auf die Besichtigung konzentrieren, obwohl der Tempel enorm beeindruckend war. Noch beeindruckender war aber das ständige Gehupe, Gedröhne und die schwarzen Rauchsäulen, die überall aufstiegen. Beim Ausgang aus der Tempelanlage schien auch alles normal: Taxis warteten, Touristen stiegen in Reisecars.

Ich ging aufs WC, und als ich zurückkam, hatte sich die Situation bereits total verändert. Das Tor war geschlossen, mehrere Polizeiautos und ein Panzerwagen wurden postiert. Etwa 15 Touristenbusse warteten auf die Abfahrt. Nach etwa einer halben Stunde verliessen diese den Parkplatz, Taxifahrer erklärten, nun sei alles sicher. Ich traute der Sache noch nicht und wartete ab. Nach zehn Minuten kehrten fünf der Busse sowie in Linienbus Luxor – Kairo auf das Gelände zurück. Ich versuchte, an Informationen zu gelangen – vergeblich. Alle Leute versicherten schlicht, die Demonstration sei vorbei, die Lage vollständig unter Kontrolle. Ein Händler aus dem Touristenbasar rief sogar extra seine Familie an und bot an, mich zu begleiten. Auch ein Reiseführer und erneut alle Taxifahrer, die mittlerweile bereits zum ersten Mal von Fahrten aus der Stadt zurück waren, betonten, nun sei es sicher. Ich nahm also ein Taxi zu meinem Hotel beim Bahnhof.

Die Lage war nicht unter Kontrolle. Die Taxifahrt war wie eine Fahrt durch ein Kriegsgebiet. Die Karnak-Strasse sah aus wie Mogadischu. Überall hatte es gebrannt, zerstörte Gegenstände (u.a. von den Baustellen auf der Sphinx-Allee) lagen herum, der Asphalt war aufgesplittert. Zwar wurde in der Karnak-Strasse nicht mehr gekämpft, aber – gut sichtbar – auf der anderen Seite der Sphinx-Allee. Immer noch schoss die Polizei mit Maschinengewehren auf die Demonstranten. Von der Karnak-Strasse aus setzte sie zudem Wasserwerfer ein. Vom Luxor-Tempel an war die Lage ruhig. Am Bahnhof stieg ich aus dem Taxi und spürte sofort das Tränengas in der Luft. Meine Augen, die Nase und der Rachen begannen zu brennen. Ich rannte sofort zum Hotel und brachte mich endlich in Sicherheit.

Abwechslungsweise ging ich nun in die Reception, um mit den Leuten vom Hotel zu sprechen (leider konnten sie nur sehr schlecht Englisch) und ins Zimmer, um auszuruhen, obwohl an Schlaf nicht zu denken war. Zweimal verliess ich das Hotel kurz. Einmal, um Chips und Cola zu kaufen (ich hatte noch praktisch nichts gegessen an dem Tag) und einmal, weil ich ins Internet wollte. Dieses war aber abgeschaltet, alle Internetcafés geschlossen. Ich konnte auch keine SMS mehr schreiben, obwohl ich sie weiterhin empfangen konnte. Diese SMS waren meine einzige Information, ich konnte aber nicht mitteilen, dass ich sie überhaupt empfing!

Die Lage in Kairo und im Rest Ägyptens

Lange habe ich mit den Leuten vom Hotel ferngesehen. Ich verstand nichts, Bilder wurden kaum gezeigt, nur das Nachrichtenstudio und immer die gleichen zwei Sprecher, die zunehmend erschöpft wirkten. Für Aufsehen sorgten die Bilder von Panzern in Suez, die durch eine Menschenmenge fuhren, die Panzerfahrer stehend mit roten und weissen Fahnen. Die Menschenmenge jubelte ihnen zu und machte das Victory-Zeichen.

Per SMS habe ich erfahren, dass die Polizei mancherorts zu den Demonstranten übergelaufen ist. Nun also auch die Armee? El-Baradei sei aus Wien zurückgekehrt und habe sich als Präsidentschaftskandidat ins Spiel gebracht. Er stehe aber unter Hausarrest und könne sich nicht an den Demonstrationen beteiligen. Von den Ägyptern habe ich allerdings noch nie von El-Baradei sprechen gehört. Ziel der Demonstrationen ist nur der Sturz von Mubarak.

In Kairo, Alexandria, Suez und Ismailiya herrsche bis morgen um 7 Uhr Ausgangssperre. Gerüchten zufolge sei diese auch auf andere Städte ausgedehnt worden. Als ich kurz draussen war hiess es, auch in Luxor. Wenn dies so ist, dann hält sich niemand daran. Viele Leute sind draussen, sitzen in Kaffees und trinken oder rauchen Wasserpfeife. Wie ich per SMS erfuhr, sei im Norden das Handynetz und das Internet zusammengebrochen. Wie ich merkte, auch in Luxor, möglicherweise sogar das Festnetz. An der Börse habe eine Panik begonnen, eine Kapitalflucht im grossen Stil zeichne sich ab. Demonstranten stürmten das Aussenministerium, die Zentrale der Partei von Mubarak brenne.

Das EDA rät mittlerweile von Reisen nach Kairo, Alexandria, Suez und Ismailiya ab, im ganzen Land bestehe die Gefahr von Terroranschlägen.

In der Nähe des Fernsehens seien Panzer aufgefahren, die Bevölkerung versuche, die TV-Stationen einzunehmen. Ich gehe in die Reception – das Fernsehen ist tot!

Die Einheimischen scheinen über den Verlauf der Dinge nicht informiert. Soviel es mir schien, wurde im staatlichen Fernsehen nur auf Beruhigung gemacht. Militärchefs u.a. aus Assuan berichteten, dass die Lage unter Kontrolle sei. Aber doch wurde eine Dauer-Newssendung zur Lage im Land gebracht, man sah es in Suez brennen und die Panzer mit den Fahnen. Die Leute in Luxor sind aber überzeugt, dass hier Sicherheit herrsche, allein schon wegen des Tourismus. Ich hoffe es! Völlig von allen Informationen abgeschnitten, bleibt mir nur abzuwarten.

[22.50 Uhr] Das Fernsehen sendet wieder, wieder die gleichen Nachrichtensprecher. Berichtsschwerpunkt liegt nun auf Suez, wo sich die Szene mit den Panzern abgespielt hat. Eine Menschenmenge ist jetzt dort, und es brennt. Auch aus Kairo wird ein Bild mit einem Panzer gezeigt, möglicherweise die Aussicht von dem Fernsehgebäude. In Luxor wird draussen viel gehupt, selten hört man Schüsse. Ansonsten ist es ruhig. Polizei ist keine mehr sichtbar. Falls sich die Polizei tatsächlich flächendeckend auf die Seite der Demonstranten schlägt, wird es eng für Mubarak. Die Bevölkerung scheint zu 100% in Opposition zu ihm zu stehen. Deshalb kann ich es mir irgendwie vorstellen, dass Polizei und Armee wenig Lust haben, auf Leute zu schiessen, die nur dasselbe wollen wie sie selber – den Sturz von Mubarak!

29.01.2011 – Assuan


Foto: Angespannte Ruhe zwischen Demonstration und dem Beginn der Plünderungen in Assuan – im Hintergrund brennt es irgendwo. Auf diesem Platz (hier die Aussicht von der Hotelterrasse aus) begannen kurz danach die Plünderungen.

Um 6 Uhr stand ich auf und ging direkt an den Bahnhof. Dort traf ich auf vier gestrandete Franzosen. Sie waren gerade aus Kairo mit dem Nachtzug angekommen und warteten darauf, dass sie ihr Reisebegleiter abholte. Doch er tauchte nicht auf. Für mich boten sich drei Optionen. In Luxor zu bleiben, mit dem Bus zurück nach Hurghada zu fahren oder wie ursprünglich geplant weiter nach Assuan. Nach den gestrigen Ereignissen fühlte ich mich in Luxor gar nicht mehr sicher. Der Gedanke an eine Fahrt mit dem Bus nach Hurghada behagte mir auch nicht: Die zweistündige Fahrt durch unbesiedeltes Wüstengebiet zwischen Qena und Safaga schien mir riskant. Ausserdem war gar nicht klar, ob überhaupt Busse fuhren und von wo. Nach zwei Stunden Überlegen und Evaluieren entschied ich mich für Assuan. Immerhin war die Zugfahrt dorthin sicher, und angeblich war auch in der Stadt bisher noch nichts Gravierendes passiert (es war mir natürlich bewusst, dass die Leute, die dies sagten, selbst auch keine Ahnung hatten). Von Assuan aus könnte ich weiter mit dem Bus nach Marsa Alam ans Rote Meer.

Die Zugfahrt in der ersten Klasse verlief wirklich sehr friedlich. Um 12 Uhr kam ich in Assuan an. Auf dem grossen Platz vor dem Bahnhofsgebäude standen Kastenwagen und die Ambulanz. Gemäss einem Polizisten war die Lage aber ruhig. Im Touristenbüro versicherte man mir in bestem Englisch, dass die Stadt heute 100% sicher sei und ich überall hinlaufen könne. In der Stadt fiel mir aber auf, dass die Hauptstrassen teils gesperrt waren und dass ich im auf Touristen ausgerichteten Basar der einzige Ausländer war. Überhaupt waren die Strassen verdächtig leer.

Ich hatte heiss und wenig geschlafen und kehrte darum in mein Hotel zurück, das in der Nähe des Bahnhofs war. Auf dem Bahnhofplatz hatte sich inzwischen ein kleines Grüppchen versammelt und rief Parolen. Die Polizei hatte sich vom Bahnhofsplatz zurückgezogen. Mir war dennoch nicht mehr wohl.

Im Hotel wollte ich mich eine Weile hinlegen und dann die Situation neu evaluieren. Nach etwa 20 Minuten begann man plötzlich, Menschenchöre und Gehupe zu hören. Es wurde immer lauter – offenbar wurde auf dem Corniche demonstriert, der nahe dem Hotel verläuft. Ich ging auf den Balkon, hörte den Lärm und konnte über der Corniche-Strasse Rauchschwaden erkennen. Ich wollte mehr sehen und stieg auf die Dachterrasse des Hotels. Doch bevor ich oben war, kamen mir bereits Hotelangestellte im Laufschritt entgegen. Wieder lag Tränengas in der Luft!

Nun wollte ich nur noch weg von hier, nach Hurghada oder direkt in die Schweiz. An der Reception hiess es, alle Strassen aus Assuan heraus seinen geschlossen, die Flüge ab Assuan alle ausverkauft. Nun bekam ich Panik. Ich rief der Botschaft an. Dort hiess es: Abwarten, das Hotel nicht verlassen und morgen nochmals anrufen. Ich blieb in der Reception (auch, weil ich vergessen hatte, die Balkontüre zu schliessen und das Zimmer darum voller Tränengas war) und schaute mit einer Grossfamilie aus Beni Suef fern. Man sah wüste Bilder aus Kairo, Alexandria und Suez. Überall brannte es, es wurde auch geplündert. Dazu kamen beunruhigende SMS: Geschäftsleute hätten sich ins Ausland abgesetzt. Die Regierung sei zurückgetreten. El-Baradei fordere auch von Mubarak den Rücktritt. Über 100 Personen seien bei den Krawallen ums Leben gekommen.

In Assuan beruhigte sich die Lage relativ schnell wieder, wie ich von der Dachterrasse aus erkennen konnte. Um 16.30 Uhr hiess es, die Armee habe um 16 Uhr die Waffen niedergelegt und sei jetzt auf der Seite der Bevölkerung. In Kairo schenkten die Leute den Militärs Blumen. Etwa eine Stunde später gab es eine ganz kurze Ansprache von Mubarak, für die der Fernseher auf die volle Lautstärke gedreht wurde. Dann Jubel – alhamdulillah! Mubarak habe sich zur Machtteilung bereit erklärt und einen Vizepräsidenten ernannt. Für einige Zeit bleibe er noch Präsident, mit einem starken Vize, der nachher das Amt übernehme. Wann, weiss man nicht.

Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich freute mich ehrlich mit den Ägyptern. Die Unruhen verwandelten sich in Freudentänze in Kairo. Die Leute waren plötzlich beruhigt und glücklich, man fühlte sich in Sicherheit. Die Anspannung war mit einem Schlag weg.

Auf den Strassen von Assuan blieb es dennoch ruhig, wie ausgestorben. Nur die Familie aus Beni Suef ist ausgegangen, um auswärts Tauben zu essen. Ich bleibe im Hotel und frage mich, ob es das war. Die Leute scheinen zufrieden, nun werde alles normal. Aber Mubarak ist noch Präsident. In Tunesien ruhte die Strasse nicht, bis Ben Ali definitiv weg war! Der morgige Tag wird hoffentlich mehr Klarheit bringen…

Ich bin hungrig. Habe seit zwei Tagen nichts mehr gegessen ausser gestern zwei kleinen Packungen Chips. Vielleicht wage ich mich doch nochmals nach draussen…

[Später] Es wurde doch nochmals heiss – die Demos waren vorbei, und als sich die Leute wieder auf die Strassen wagten, begannen die Plünderungen. Beim Sammeltaxi-Platz etwa 50 Meter vom Hotel entfernt sammelte sich eine Gruppe junger Männer. Nach einiger Zeit verschwand die Gruppe hinter einer Tankstelle und kam dann auf der anderen Seite des Hotels wieder zum Vorschein – nun zahlreicher und von einem Trommler begleitet. Sehr langsam liefen sie auf der Strasse in Richtung Corniche, begleitet von den einschüchternden Trommelklängen. Vom Kreisel beim Hotel aus bewarfen sie ein Gebäude mit Molotow-Cocktails. Es war das Gebäude der Gouvernements-Verwaltung, wie ich später herausfand. Ich bekam wieder Angst, wollte weg. Das Gouvernements-Gebäude würde wohl weiterhin Plünderer und Vandalen anziehen. Sogar die sonst so optimistischen Ägypter des Hotels gingen davon aus, dass es noch die ganze Nacht lang so weitergehe und dass es am nächsten Tag wohl erneut Demonstrationen gebe. Mubarak ist ja noch nicht weg.

Gemäss SMS haben sich nun Polizisten unter die Plünderer gemischt. Was man im Fernsehen aus den grossen Städten sah, machte wirklich Angst – der Mob ist völlig haltlos. Und zwar auch draussen vor der Hoteltüre. Ich konnte mich nicht mehr beruhigen. Lucius buchte für mich ein Zimmer in einem Fünfsternhotel, das auf einer Insel im Nil liegt und nur per Boot erreich werden kann, sowie den Transport in einem sicheren Fahrzeug dorthin. Ein Fahrer holte mich ab, per Boot kam ich auf die Isis-Insel. Die Leute vom Hotel Queen waren sogar enttäuscht, dass ich schon ging, und fragten, ob es mir nicht gefallen habe. Dies zeigt die verzerrte Wahrnehmung der Ägypter zur aktuellen Situation – nach jeder Gewaltwelle haben sie irgendwie das Gefühl, nun sei es vorbei!

Auf der Isis-Insel – ein Kulturschock. Die Leute sind in Sicherheit und bewunderten mich sogar dafür, dass ich aus der Stadt gekommen war. Sie fragten nach der Situation dort und staunten. Sogar Hotelangestellte hatten keine Ahnung, was im Stadtzentrum abging. Ansonsten dominierten Luxusprobleme, wie meines, dass der bestellte Burger erst nach 45 Minuten kam und schlicht grauenhaft war.

Gleich beim Einchecken fragte ich danach, wie ich von Assuan wegkommen würde und was die anderen Touristen täten. Die meisten fliegen irgendwie aus Assuan via Kairo weg. Da ich aber einen Flug ab Hurghada auf sicher habe, empfahl man mir, doch mit dem Taxi dorthin zu fahren. Dies sei sicher, und ich könnte sogar unterwegs noch Sehenswürdigkeiten besichtigen. Ein Koreaner wäre auch dabei, der nur bis Luxor mitfahren würde. Das wunderte mich, angesichts der Situation in Luxor. Die Asiaten seien nun mal so, die wollten durchziehen, was sie sich in den Kopf gesetzt hätten. Ich solle mit ihm nicht über die Probleme in Luxor sprechen.

Im Zimmer habe ich CNN. In den grossen Städten ist die Lage jetzt katastrophal. Die Polizei hat Kairo verlassen bzw. sich den Plünderern angeschlossen. Das Militär versucht, Ordnung zu bringen, mit wenig Erfolg. Gemäss CNN ist die Lage in Alexandria jetzt ruhig, Bürgerwehren u.a. der Muslimbüder haben sich gebildet. Auffällig ist bei der CNN-Berichterstattung, dass die Gefahr des Islamismus so betont wird. In Ägypten habe ich von dieser Dimension nicht mal sprechen hören. Auch erstaunte mich, dass dies eine Twitter- und Facebook-Revolution sein sollte. Immerhin läuft das Internet seit Freitag nicht mehr und die Bevölkerung ist von den meisten Informationsquellen abgeschnitten. Auch die Rolle von El-Baradei wird nur in ausländischen Medien besprochen. Für die Ägypter ist er kein Thema, nachdem er jahrelang in Wien war und nur für die Demonstrationen zurückgekommen ist.

Mubarak ist immer noch nicht zurückgetreten! Seine zwei Kinder haben zwar Ägypten verlassen, aber er selbst tritt nicht zurück. Das ganze Volk HASST ihn und das Land geht im Chaos unter, aber er macht keinen Schluss damit – grauenhaft, was dieser Herr alles in Kauf nimmt! Möge das irgendwie gut enden…

30.01.2011 – Von Assuan nach Hurghada


Foto: Hier hängt er noch – Propagandaplakat für Hosni Mubarak an der Strasse von Luxor nach Qena, im Hintergrund ein Checkpoint. Viele ähnliche Plakate waren zu diesem Zeitpunkt bereits entfernt oder angebrannt.

Am Vorabend hatte ich bei Jassir, der den Taxidienst des Hotels managt, die Fahrt nach Hurghada gebucht, inklusive Besichtigung von Sehenswürdigkeiten unterwegs. Nun erwachte ich aber bereits um 3.30 Uhr in der Nacht und bekam Angst vor der Taxifahrt. 500 Kilometer durch ein Land zu fahren, in dem es keine Polizei mehr gab und das völlig im Chaos war, schien mir nun doch recht gefährlich. Falls unterwegs irgendwo eine Strassensperre von Banditen errichtet würde – niemand könnte helfen! Und die Fahrt beinhaltete immerhin eine 160 Kilometer lange Strecke durch unbesiedelte Wüste zwischen Qena und Safaga. Dazu kam noch der späte Start der Reise (erst um 8.30 Uhr) und die Besichtigungen unterwegs – spätestens um zwei Uhr würde doch ohnehin das Chaos wieder losgehen! Wenn man schon so eine Taxifahrt unternehmen wollte, sollte man frühmorgens um vier Uhr starten und ohne Unterbruch durchfahren, um am frühen Nachmittag bereits in Hurghada zu sein.

Ich stand auf und versuchte an der Reception, den Start meiner Reise vorzuverschieben. Vergebens, das war nun nicht mehr möglich, Jassir war mitten in der Nacht natürlich nicht zu erreichen. Der Receptionist versuchte mich zu beruhigen. Dies blieb aber ohne Wirkung, sobald ich merkte, dass er selbst keine Ahnung von der Lage hatte und schon drei Tage nicht mehr in der Stadt gewesen war. Ich bekam Panik und rief die Botschaft an. Dort konnte man mir auch nicht weiterhelfen. Es hiess, auch in Assuan zu bleiben könnte gefährlich werden. Wenn sich die Situation nämlich weiterhin verschlechtere, käme man nicht mehr raus. „On the safe side“ sei ich, wenn ich nach Kairo flöge, denn der Flughafen Kairo sei am Samstag noch ziemlich normal in Betrieb gewesen. Allgemein wurde geraten, nicht zu Reisen. Über die Sicherheit entlang der Strasse nach Hurghada konnte man mir keine Auskunft geben.

Ich sagte die Taxifahrt nach Hurghada ab und versuchte herauszufinden, ob man ein Flugbillett nach Kairo kaufen könne. Ich wollte doch lieber dorthin fliegen, vom Flughafen Kairo kam man ja wenigstens wahrscheinlich aus dem Land heraus. An der Reception wusste man lediglich, dass täglich 3-4 Flüge nach Kairo gingen. Ob noch Plätze frei wären, könnte ich frühestens um acht Uhr erfahren.

Ich ging nach draussen und genoss den Sonnenaufgang am Nil – fantastisch, von der Hotel-Insel aus. Und fand wieder ein bisschen Ruhe, konnte wieder rationaler überlegen. Ich hatte drei Optionen, von denen ich nicht wusste, ob und wie gefährlich sie waren. Aber: Wenn ich das Taxi nach Hurghada nähme und alles gut ginge, würde ich noch am gleichen Tag in Sicherheit sein. Diese Aussicht machte mich optimistisch. Ausserdem wusste ja niemand, wie sich die Situation am Flughafen Kairo entwickeln würde. Und ob die Flüge ab Assuan sicher seien, und ob es überhaupt freie Plätze hatte. Auf der Taxifahrt konnte man wenigstens jeweils bei Leuten entlang der Strasse abchecken, wie die Situation auf den nächsten paar Kilometern war. Ich entschied mich also doch für die Taxifahrt.

Ich machte eine Schifffahrt auf dem Nil, duschte, frühstückte und machte mich bereit. Um 08.20 Uhr fuhren wir in Assuan los. Mit dem Japaner begann die Sightseeing-Tour: Zuerst den Nil-Damm in Assuan, dann der Tempel in Kom Ombo. Die meisten Polizei-Checkpoints auf dem Weg dorthin waren besetzt, wenn auch nicht in der üblichen Stärke. Auf der Strasse war reger Verkehr, man konnte sich sicher fühlen. In Ruhe besichtigten wir Kom Ombo, als fast einzige Touristen. Der grosse Touristenmarkt vor dem Tempel war geschlossen.

Auf dem Weg nach Edfou waren nur noch sehr wenige Checkpoints besetzt. In der Stadt Edfou herrschte angespannet Ruhe, viele Polizei-Kastenwagen standen bereit. Bei der Tempelbesichtigung war ich bereits sehr nervös: Wieder waren wir praktisch die einzigen Touristen, allein mit dem Taxi auf dem riesigen Parkplatz, der Touristenbasar geschlossen. Ich konnte kaum warten, als Tadashi, der Japaner, auch noch zahlreiche Fotos machen wollte und viel Zeit brauchte – ich wollte nur noch Luxor hinter mir lassen! Es war bereits zwölf Uhr, und wir waren noch 110 km vor Luxor.

Der Führer in Edfou sagte mir auch, dass es in Luxor gefährlich wäre. Nach Edfou erklärte ich Tadashi meine Sorgen und riet ihm davon ab, nach Luxor in die Stadt zu fahren. Er begriff nun endlich die Situation und stellte seine Pläne tatsächlich in Frage. Ein Gespräch mit der japanischen Botschaft schaffte für ihn Klarheit – er wollte lieber direkt auf den Flughafen von Luxor. Auf der Strassen war nun kaum mehr Verkehr, die Checkpoints alle leer. Entlang der Strasse warteten zum Teil Autos, offenbar wagten sie sich nicht, weiterzufahren. Wir fuhren praktisch durch gesetzloses Gebiet. Die Besichtigung von Esna liessen wir ausfallen.

Sogar unser grosskotzeter Fahrer und der ständig grinsende Beifahrer wurden nun auch immer ruhiger. Wir wollten nur noch weg von hier – am besten gleich vom Flughafen Luxor aus, denn unter diesen Umständen auf der Strasse hatte ich auch Angst vor der Fahrt von Luxor nach Hurghada. Vor Luxor war die Lage sehr angespannt. An einem Checkpoints hatten Zivilisten – ältere Herren in Gelabiya – Stellung bezogen. Nur noch schnell zum Flughafen! Trotzdem musste man dies dem Fahrer dreimal sagen, er wäre sonst ins Stadtzentrum gefahren zum Hotel, das Tadashi reserviert hatte. Zum Glück kannte ich die Strassen und hatte mir im Laufe dieser Probleme Grundkenntnisse des Arabischen angelernt, um ihn jeweils zurechtzuweisen. Der Fahrer und auch Jassin, mit dem wir immer wieder telefonierten, kannten keine Gefahren, nahmen jedes Risiko in Kauf, es sei ja eh nicht gefährlich.

Ich hatte einen anderen Eindruck. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass der Flughafen von der Armee besetzt war und man die Strassensperre der Armee überwinden musste, um auf das Gelände zu gelangen. Wir waren die einzigen auf der Strasse zum Flughafen. Der grosse Parkplatz war leer, unter einem Dach standen zahlreiche leere Busse herum. Vor dem Flughafen war kein Mensch, und auch drin kaum Betrieb. Alle Flüge nach Kairo waren abgesagt, einzig ein Flug nach Wien wurde gerade abgefertigt. Freie Plätze gab es natürlich keine mehr. Ein Angestellter des Flughafens bot uns an, dass wir dort bleiben dürften, aber er könne auch nicht sagen, wie man von dort wegkäme. Er wusste auch nichts über die Sicherheit der Strasse nach Hurghada. Wieder wusste ich nicht was tun – den Weg nach Hurghada zu riskieren, oder im Flughafen abzuwarten. Fast gleichzeitig erreichten mich zwei SMS von Arbeitskollegen, die beide rieten, sich so schnell wie möglich von Luxor zu entfernen, in die Sicherheit nach Hurghada.

Nun war klar, was tun. Der Weg nach Hurghada mochte ein Risiko sein, aber immer noch ein kleineres und berechenbareres als jede andere Option. Auch Tadashi wollte nun mit. Wir stürzten zum Taxi und drängten den Fahrer, so schnell wie möglich nach Hurghada zu fahren. Es folgten lange Gespräche mit Jassin, da der Fahrer wieder mal nicht kapierte, was unsere Prioritäten waren. Dem Fahrer und Jassir fehlte offensichtlich jedes Sicherheitsdenken. Dann wollte der Fahrer auch noch in die Televisions-Strasse in der Innenstadt fahren, um dort eine Quittung über 5 £E (etwa 80 Rappen) vom Flughafen-Parkplatz einzulösen. Ich gab ihm die 5 £E und insistierte, endlich in Richtung Qena loszufahren.

Die Strasse nach Qena war grösstenteils von der Armee und der Polizei kontrolliert. Viele der dort zahlreichen Mubarak-Portraits waren weg oder angebrannt. Aber einigermassen herrschte Alltagsleben: Öffentliche Verkehrsmittel fuhren, Leute warteten am Strassenrand oder arbeiteten. Stutzig machten etwa 50 Lastwagen, die offenbar auf dem Weg abwarteten, wie sich die Lage in Luxor entwickelt.

Qena schien ruhig, eine Strasse war von einer Bürgerwehr abgesperrt. Dann die 160 Kilometer durch die unbesiedelte Wüste. Diese Fahrt verlief ohne Probleme, alle Checkpoints waren hier besetzt. Mehrmals kamen uns Armeetransporte entgegen mit Soldaten und Panzern. Offenbar versucht die Armee, vom Roten Meer aus das Niltal zu besetzen. Das wäre gut – die Armee ist als einzige Institution des Landes noch in der Lage, einigermassen für Ruhe und Ordnung zu sorgen – und wird dafür von der Bevölkerung auch sehr geschätzt!

Durch die Wüste war die Lage so entspannt, dass wir an einer Raststätte sogar etwas assen. Je ein Teller Pommes Frites sowie Ful (Bohnenmus) sowie gemeinsam ein Teller Ziger kosteten für vier Personen insgesamt 20 £E (ca. 3 Franken). Es war aber auch nicht gut. Auch von Safaga nach Hurghada war alles ruhig. Wir fuhren in die Stadt und bezogen ein Hotel. Hier ist alles sicher und entspannt, der Flughafen funktioniert scheinbar normal. Ich ging dann mit Tadashi noch ein wenig im Stadtteil Sigala spazieren und wir tranken ein Bier.

Ich hätte bis Mittwoch in Hurghada gewartet. Aber am Abend kam eine Weisung des EDA, man solle sich morgen nach Aufhebung der Ausgangssperre (ab 8 Uhr, wird aber ohnehin von niemandem beachtet) an den Flughafen begeben und das Land bei Gelegenheit verlassen. Das habe ich nun auch vor – in der Sicherheit von Hurghada ist es wohl auch gut machbar.

31.01.2011 – Flughafen Hurghada


Foto: Boardingkarte und ägyptischer Ausreisestempel – endlich!

Ich wachte schon vor 6 Uhr auf. Draussen war Ruhe, fast nichts los. Einzig einige wenige Arbeiter und Taxifahrer waren auf den Strassen. Ich machte einen kurzen Spaziergang, es schien nicht gefährlich. Um 8 Uhr nahm ich mit Tadashi ein Taxi an den Flughafen. Dort ging es ziemlich chaotisch zu und her. Nirgendwo konnte man Flugtickets kaufen. Auch über das Reisebüro in der Schweiz konnte Katja keinen Flug buchen, alle Flüge ab Hurghada seien für Buchungen gesperrt. Auch die dafür vorgesehene EDA-Hotline funktionierte nicht.

Gruppen von Pauschaltouristen kamen an, die meisten etwas verwirrt. Eine belgische Gruppe wurde nach Antalya ausgeflogen, um dort die Ferien fortzusetzen. Die Belgier erzählten Gerüchte über Unruhen in Hurghada, dass die Vorräte ausgingen, u.a. Kerosen. Also wirklich – so schnell weg wie möglich!

Wir sprachen Leute an, Reiseleiter und Flughafenpersonal. Angestellte des Flughafens berichteten von freien Plätzen in Charterflügen nach Amsterdam oder Frankfurt. Wir sollten in der Cafeteria warten. Eventuell wäre ein Flug mit den Belgiern am Nachmittag nach Antalya möglich, fanden wir heraus. Und es gingen viele Flüge in den Osten: Domodedovo, Pulkovo, Minsk, Ekaterinburg, Kaliningrad. Viele Pauschaltouristen waren verwirrt, zum Teil völlig ruhig, zum Teil beunruhigt. Wozu auch, Hurghada war ja sicher!

Um halb 10 Uhr gab es plötzlich Stress: Wir mussten einem Flughafenangestellten je 320 € geben für einen Flug nach München. Der Angestellte hatte pressant, das Flugzeug würde in einer Stunde starten. Er konnte kaum warten, bis ich das Geld abgezählt hatte (ich bezahlte 1’000 £E, 110 € und 115 US$. Dann schleuste er uns an der Schlange bei der Sicherheitskontrolle vorbei. Am Check-In eines Flugs nach Kiew stellte er uns die Boarding-Passes aus – wieder vor einer Traube wartender Menschen. Auf dem Ticket von Tadashi stand lediglich „Mr. Manila“. Um 10 Uhr waren wir am Gate – der Flug ging erst um 12.10 Uhr. Es war ein TUI-Flug, der deutsche Pauschaltouristen nach München brachte.

Kurz vor 12 Uhr kam der Flughafen-„Schlepper“ nochmals ans Gate und behauptete, wir hätten zu wenig bezahlt. Er wollte nochmals 50 US$ von mir. Er gab an, die Differenz nun aus dem eigenen Sack bezahlen zu müssen und drohte uns mit der Polizei sowie mit der Annulation unserer Boardingkarte. Ich war aber nicht gewillt, noch mehr zu zahlen, er hatte mit den 320 € pro Person und all den Trinkgeldern ohnehin schon genug an uns verdient. Als ich mich an die deutschen Touristen wandte mit der Frage nach ihrem Reiseleiter, merkte er, dass ich Deutsch kann, und wurde plötzlich kooperativ. Als ich ihm nochmals vorrechnete, wie viel ich bezahlt hatte, gab er auf. Tadashi knöpfte er trotzdem 10 € und 20 US$ ab. Beim Boarding (das auch er durchführte) entschuldigte er sich mehrmals bei mir: Er habe die Filme der Überwachungskamera des Flughafens angesehen und darauf erkannt, dass ich genug bezahlt hätte – Tadashi sei es, der zuwenig gegeben habe! Völlig lächerlich. Aber überall wird momentan aus der Notsituation Profit geschlagen.

Schon gestern wollte Jassir ausgerechnet auf der Fahrt zwischen Luxor und Qena von Tadashi 500 £E mehr, obwohl ich die Taxifahrt bis nach Hurghada ohnehin bezahlt hatte. Und überall wird ständig aggressiv Trinkgeld gefordert – sogar auf dem Flughafen-WC, wo es ein Schild „No Tips!“ hat.

Der Flug nach München, zusammen mit den deutschen Pauschaltouristen und einer Schweizer Familie, die erst am Vortag mit Edelweiss nach Hurghada gekommen war, war dann endlich entspannend. Am Flughafen München wartete sogar ein Fernsehteam auf die Hurghada-Rückkehrer!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s