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Grenze #51 Neuseeland – Schweiz: Eine lange Rückreise

Ein halbes Jahr war ich gereist, bis ich in Neuseeland ankam. Für den Rückweg in die Schweiz brauchte ich nur einen Tag.

Ausreise aus: Auckland International Airport, Nordinsel, Neuseeland
Via: Hamad International Airport, Doha, Katar
Einreise nach: Flughafen Zürich-Kloten, Kanton Zürich, Schweiz
Benötigte Dokumente: Reisepass
Wartezeit: 5 min (Neuseeland), 2 min (Schweiz)
Distanz Flug Auckland – Zürich: 19.049 km
Landdistanz zurückgelegt seit der Abreise: 36.839 km
Bewertung: 3/10
Nach Neuseeland war ich in sehr kleinen Etappen gekommen. Bis nach Singapur reiste ich auf dem Landweg. Von dort aus war dies nicht mehr möglich, aber ich flog auch danach nie mehr als zwei Stunden und lernte so ein Land nach dem anderen kennen. Einzig Papua-Neuguinea liess ich aus – aus Sicherheitsgründen. So reiste ich ohne Jetlag, ohne Kulturschocks – ein Luxus, eine Unmenge neuer Erfahrungen.

Der Rückflug sollte die letzte neue Erfahrung werden, aber auch ein grosser Kontrast zur Anreise. Von Auckland in Neuseeland ins arabische Städtchen Doha am Persischen Golf führt der längste Linienflug der Welt, QR921 von Qatar Airways. 17 ½ Stunden dauert der Flug, fast 15‘000 Kilometer legt er zurück. Zusammen mit dem Anschlussflug nach Zürich sollte ich zwölf Zeitzonen durchqueren. Ich hatte noch nie eine solche Distanz in rund 24 Stunden hinter mich gebracht.

P1220625pNoch 16 Stunden und 45 Minuten bis zur Ankunft – ein langer Flug.

Und ich fliege auch nicht allzu gerne – nicht aus Flugangst, aber es ist langweilig und eng und man verpasst die interessanten Gegenden, über die man fliegt. 17 ½ Stunden eingesperrt zu sein, war darum keine erfreuliche Aussicht. Aber es war recht erträglich: Erschöpft von der Reiserei, verschlief ich nach Australien fast den ganzen Flug. Beeindruckend war dennoch, wie lange man allein über Australien fliegt – das Land ist fast so gross wie Europa! Diese Dimension hatte ich unterschätzt. Ab Katar hatte ich mein Schlafpensum aber ausgeschöpft. In Lokalzeit war aber erst Mitternacht, und so langweilte ich mich dann doch noch ein paar Stunden bis Zürich.

Überraschenderweise gab es am Flughafen Zürich sogar noch ein neues Erlebnis, quasi eine Zugabe auf all die Passport Parties in der Ferne. Während meiner Abwesenheit hatte man dort automatische Grenzkontrollen installiert. So war die letzte Grenzkontrolle der Reise die unpersönlichste und schnellste: Denn das neue System – ein Pilotprojekt – funktionierte einwandfrei. Ein Scan meines Passes, der Abgleich mit dem Gesicht, und die Schleuse öffnete sich: Ich war zurück in dem Land, dessen Pass ich zum Reisen benutze.

P1220627Automatische Grenzkontrolle am Flughafen Zürich

Nie zuvor war ich ein halbes Jahr ununterbrochen im Ausland gewesen, schon gar nicht so weit weg. Immer wieder hatte ich mir den Moment meiner Rückkehr vorgestellt und mich mal auf meine Freunde, mal aufs Essen und mal auf die Kälte gefreut. Die Ankunft in Zürich war aber völlig profan: Es war alles gleich, als wäre ich nie weggewesen. Die Schweiz war mir auch überhaupt nicht fremd geworden, ich nervte mich nicht mal über die Menschen! Ich nahm den Zug und fuhr nach Bern. Der letzte kleine Highlight der Reise – wie bei jeder Rückkehr – war die Einfahrt über die Aarebrücke in Bern, mit Aussicht auf die schon verschneite Altstadt.

P1220630Ankunft in Bern: Die Reise ist zu Ende.

 

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